Black Lives Matter (auch in Europa)

Ich frage mich, wie mein Leben als Schwerbehinderter (musste damals noch diese gelbe Armbinde mit den drei schwarzen Punkten tragen, damit ich den ÖNV kostenlos nutzen konnte) mit schwarzer Hautfarbe zu meiner Grundschulzeit verlaufen wäre, zu der Zeit in den Schulen noch sehr viele aus der Nazi-Zeit unterrichteten!
Ob ich auch nach Ende meiner Schulzeit, wie nach Erreichen meines Diploms, die gleichen Chancen mit dieser Hautfarbe als Bundesbeamter bekommen hätte?
Sind wir heute weiter?
Ich denke, nicht wirklich …

Kultur ist Bildung!

Wir brauchen, um bestehende gesetzliche Barrieren abzubauen, im ersten Schritt geeignete Maßnahmen, um geistige Barrieren abzubauen.
Da gibt es kein besseres Instrument als es über kulturelle Arbeiten zu versuchen.
Denn kulturelle Arbeiten setzen das Denken ohne Grenzen voraus.
Deshalb ist es so wichtig kulturelle Arbeiten dementsprechend stark genug zu fördern.
Denn Kultur ist Bildung!

Bedeutung der Hörschädigung

Die Bedeutung der Hörschädigung

Unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt finden wir grundsätzlich in der Fähigkeit, sich über zumindest eine gemeinsame Sprache uneingeschränkt, fehlerfrei austauschen zu können!

Es gibt kein Hörgerät, keinen Computer, keine Prothese, keine Therapie, die den auch so kleinen „Kommunikationsfehler“ wirklich beheben könnte.

Ein Hörschaden ist also nicht wirklich heilbar! Eine Hörschädigung, wenn überhaupt, kann höchstens nur gemildert werden!

Deshalb, die Bedeutung, jeder auch so kleinen, leichten Hörschädigung, wird so nach wie vor erheblich, umfassend unterschätzt!

Deshalb auch gibt es nach vor wie viel zu große Barrieren in unserer Gesellschaft!

Man kann noch so aufgeklärt sein, man kann auch viel Erfolg in der Familie, Gesellschaft, im Beruf haben.

Man bleibt trotzdem letztendlich mindestens ein wenig einsam.

Deswegen, das Thema Hörschädigung braucht deutlich mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung!

Heute ist Welttag für Menschen mit Behinderung! 10 Jahre UN Konvention für Menschen mit Behinderung!

Wahl zum StV Ausschuss-Sprecher

Liebe Freund*innen,
mit großer Überraschung, wurde ich einstimmig als StV für den Ausschuss „Bildung, Jugend, Kultur, Soziales und Sport“ gewählt!
Da ich schon in Stolberg (Aachen) gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit einem CDU-Bürgermeister machen konnte, hoffe ich, dass ich nun auch hier meine Arbeit als Brückenbauer erfolgreich fortführen kann!
Inklusion ist Brückenbau!

Elbphilharmonie – Barrierefreiheit für Blinde?

Ich musste mir Kritiken gefallen lassen, weil ich Zweifel an ausreichender Barrierefreiheit insgesamt für alle BürgerInnen hatte.
Denn, es wurden eben nicht alle verschiedenen Behindertenverbände zur fachlichen Beratung und Unterstützung herangezogen.
In Fragen von Barrierefreiheit wird im Allgemeinen leider immer „nur“ an Rollstuhlfahrer gedacht, nach wie vor, wenn überhaupt.
Dabei haben wir sehr viele Formen von Behinderungen, die gleichberechtigt berücksichtigt werden müssen, wenn schon wir die Kulturangebote für ALLE Menschen zugänglich machen wollen und auch müssen. Denn, jeder hat einen Rechtsanspruch auf Bildungsteilhabe, also auch auf kulturelle Veranstaltungen!
Also, die Blinden, auch die Schwerhörigen, die auf Schriftmittlung angewiesen sind, und weitere Menschen mit anderen Behinderungen wurden vergessen, obwohl die damals zuständige Kultursenatorin, Barbara Kisseler, noch vor ihrem Tode versuchte auf diese Mängel hinzuweisen.
Jedenfalls ist es eigentlich ein Skandal, dass gerade für einen so aufwendigen Neubau nicht gelungen war, die zur Zeit geltenden Maßstäbe zur ausreichenden Barrierefreiheit umzusetzen. Das zeigt wiederholt, dass das Denken in Inklusion bei den meisten Menschen noch immer nicht ausreichend angekommen ist und deshalb es auch in der Bildungspolitik weiterhin bei nicht ausreichenden Inklusionsprozessen bleiben wird.
Wir brauchen in Hamburg endlich einen politischen Wechsel!

http://www.bsvh.org/news/items/begehung-der-elbphilharmonie-offenbart-maengel-bei-barrierefreiheit.html

nothing about us without us

Wird es in den demokratischen Parteien ausreichend gelebt für Frauen, Alte, Jugend, Arbeiter, Angestellte, Menschen mit allen verschiedenen besonderen Bedürfnissen, mit Migrationshintergrund, mit unterschiedlichen Weltanschauungen, verschiedenen sexuellen Orientierungen, etc.?
Es gibt noch gewaltig viel zu tun an deutlicher Verbesserung innerparteilicher Demokratie!
Dazu ärgert mich seit Jahren eine bestimmte Situation für Gehörlosenpolitik im Europaparlament als ein Beispiel.
Wir haben zwar zwei Abgeordnete im Europaparlament, die sich erfolgreich für mehr Teilhabe für gehörlose Menschen einsetzen. Beide sind selbst gehörlos.
Dadurch, dass sie für sich selbst als Gehörlose sprechen können, werden ihre besonderen Bedürfnisse überzeugender vermittelt.
Ich wurde schon verschiedenen EuropaparlamentsmitgliederInnen auf diese beiden angesprochen und wie schön es ist, die Gebärdensprache im Europaparlament erleben zu können.
Das ist richtig und sehr wichtig.
Das ist ein wichtiges Beispiel, warum wir dieses erfolgreiche Beispiel auch für andere Menschen mit besonderen Bedürfnissen erreichen müssen.
Allerdings,
der eine gehörlose Abgeordnete gehört in Ungarn der FIDISZ an, die andere gehörlose Abgeordnete gehört in Belgien der N-VA (Nieuw-Vlaamse Alliance) an.
Ich kenne keineN andereN gehörloseN SelbstvertreterIn von einer anderen Partei im EP.
Es ist ein krasser Widerspruch, wenn SelbstvertreterInnen zwar für sich sprechen können, zugleich jedoch andere Menschen, die „anders“ oder Flüchtlinge sind, ausgrenzen wollen.
Das ist das Gegenteil von Inklusion. Inklusion setzt gleichberechtigte Teilhabe für alle Menschen, ob sozial oder kulturell, voraus.
Warum hat sich bisher keine der demokratischen Parteien gewehrt mit eigenen SelbstvertreterInnen, zum Beispiel für gehörlose Menschen?
Gerade demokratische Parteien müssen ihre innerparteiliche Struktur dahingehend ausreichend verbessern, dass „nothing about us without us“ tatsächlich gelebt werden kann.Dies ist auch ein weiteres und wichtiges Mittel, um rechtspopulistische, illiberale Parteien zu bekämpfen!

Definition der „Behinderung“

Grundlage für die UN Konventionen für Menschen mit Behinderung war die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2001:
„Jede Form körperlicher, seelischer, geistiger oder Sinnesbeeinträchtigung wird als normaler Bestandteil menschlichen Lebens und menschlicher Gesellschaft ausdrücklich bejaht und darüber hinaus als Quelle kultureller Bereicherung wertgeschätzt.“
Deshalb ist es eine Diskriminierung, dass nach wie vor nicht ALLE „Behinderung“sarten gleichberechtigt behandelt und unterstützt werden, in der Bildungspolitik, im Arbeitsmarkt, in den Parteien und in unserer Gesellschaft.
Deshalb ist es eine Diskriminierung, dass in der Politik nach wie vor Entscheidungen von nicht SelbstvertreterInnen über Menschen mit Behinderung getroffen werden. (Es ist genauso anmaßend, wie z.B. Männer noch weiter allein über Frauenrechte entscheiden würden.)
Diese Herausforderung können wir nur schaffen und bewältigen, wenn endlich verstanden wird, dass wir es nicht mit Behinderten zu tun haben, sondern mit Menschen, die behindert werden!

Jeder Mensch hat einen Förderanspruch!

Solange es Förderschulen gibt, bleibt die Inklusion im Arbeitsmarkt und in unserer allgemeinen Gesellschaft erschwert!


Arbeitsmarkt
Förderschüler ohne Bildungsabschluss haben im ersten Arbeitsmarkt kaum Chancen, wenn doch, dann meist nur mit staatlicher Unterstützung. Förderschüler mit Bildungsabschluss können zwar Chancen im regulären Arbeitsmarkt finden, jedoch zum großen Teil nur in einfachen und mittleren Einkommensgruppierungen, und dies auch fast nur bei öffentlich rechtlichen Arbeitgebern.
In höheren Einkommensgruppierungen und akademischen Berufen findet man kaum Förderschüler. Wenn doch, dann nur weil sie den Bildungsweg über eine Regelschule fortsetzten.
Warum gibt es für Förderschüler im privaten Arbeitsmarkt so wenig Inklusion?
Es fehlen soziale Kompetenzen, die nur mittels gemeinsamem Lernen ausreichend erworben werden können.
Wie sollen z.B. Personalchefs oder Arbeitgeber, die nicht gemeinsam mit Kindern mit Fördermehrbedarf gelernt haben, genügend soziale Kenntnisse im Umgang mit diesen haben?

Haupt-, Realschule und Gymnasium
Zwar bekommen bestimmte Schüler mit Fördermehrbedarf die Chance auf den Besuch einer Regelschule, jedoch kaum auf den Besuch eines Gymnasiums.

Einerseits aus dem Grund, dass bestimmten Kindern mit Fördermehrbedarf nicht zugetraut wird, das Abitur schaffen zu können, vor allem Kinder mit Downsyndrom, Autismus, Armut, Taubblinde u.w..

Andererseits haben Eltern die Sorge, dass die Entwicklung ihres Kindes ausgebremst würde, wenn ihr Kind gemeinsam mit einem Kind mit Fördermehrbedarf lernen soll.
Zukünftige Personalchefs oder Arbeitgeber kommen jedoch meistens über den Bildungsweg Gymnasium, kommen so kaum mit Kindern mit Fördermehrbedarf zusammen und können so gar nicht die erforderlichen sozialen Kompetenzen erlernen.
So bremst nicht nur das System Förderschule die inklusiven Prozesse im Arbeitsmarkt aus, sondern auch das parallele Bildungssystem.
Um die Inklusion im Arbeitsmarkt tatsächlich zu erreichen, ist es wichtig sich auch anzuschauen, wie das Bildungssystem in anderen Ländern ist.

Länder mit besonders hohen Inklusionsquoten
In Italien wurden Förderschulen und Sonderklassen schon vor über 30 Jahren abgeschafft. Alle Schüler werden bis zur 8. Klasse in den gleichen Bildungseinrichtungen unterrichtet …“
Auszug aus dem Artikel
http://www.diplomatisches-magazin.de/special-03-2014-de/?PHPSESSID=4ajm5f4q41ipckjbia7l7diif7

In den drei kanadischen Provinzen New Brunswick, Prince Edward Island und Québec wird ein anderes Modell zur Sonderpädagogik praktiziert:
„…Diese stellt einen Gegenentwurf zur in deutschsprachigen Kontexten vorherrschenden Profession der Sonderpädagogin bzw. des Sonderpädagogen dar, da sie sich „nicht über eine speziell auszuweisende Klientel, sondern über ihr spezifisches Wissen und Know
How definiert, welches die willkürliche Definitionsgrenze der Komposita mit „Sonder-“ obsolet macht…“

Sehr wichtig ist auch, wie der Förderbedarf definiert wird. Im internationalen Vergleich geht Kanada mit dem Begriff Inklusion am weitesten: „Every individual is equal before and under the law and has the right to the equal protection and equal benefit of the law without discrimination and, in particular, without discrimination based on race, national or ethnic origin, colour, religion, sex, age or mental or physical disability.”

Mehr zu den beiden obigen Punkten siehe bitte unter
http://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/196/202

Inklusion im Arbeitsmarkt und in unserer Gesellschaft
Wenn nun grundsätzlich jedes Kind gefördert wird, dann werden sicher eher alle Eltern bereit sein ihr Kind „ohne Fördermehrbedarf“ gemeinsam mit Kindern „mit Fördermehrbedarf“ lernen zu lassen.
So dass es später mehr private Unternehmen wie z.B. SAP, wo relativ viele Autisten Erfolg haben, geben wird.
Wir brauchen auch mehr gesellschaftliche Aufklärung, so dass wir die persönliche Leistung neu definieren. Z.B. in Spanien gibt es eine Stadträtin mit Downsyndrom. Wann sind wir ebenfalls dazu in der Lage?

Politische Teilhabe – „Nothing about us without us“

Nach wie vor, es sind viel zu wenige Menschen mit Behinderungen in den Parteien vertreten, bestimmte Behinderungen nach wie vor gar nicht. Noch schlimmer sieht es mit den Parteiämtern aus.
Dies bestätigt, dass es eben nicht ausreicht für ausreichende Barrierefreiheiten zu sorgen, sondern auch die Parteien müssen den Begriff Behinderung neu erlernen.
„Nothing about us without us“

Diversity-Denken

Basierend auf das allgemeine Diversity-Denken, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierte im Jahr 2001 (5 Jahre vor der Verabschiedung der UN Konvention für Menschen mit Behinderung):

„Jede Form körperlicher, seelischer, geistiger oder Sinnesbeeinträchtigung wird als normaler Bestandteil menschlichen Lebens und menschlicher Gesellschaft ausdrücklich bejaht und darüber hinaus als Quelle kultureller Bereicherung wertgeschätzt.“

Von dieser Aussage aus müssen wir auch sagen und auch tief in uns denken, es gibt keine Behinderte, sondern wir haben es mit Menschen zu tun, die behindert werden und sie bereichern uns, wenn wir es zulassen.

Und die Bereicherung wird am grössten, wenn wir alle sie alle auch wollen!

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